Im Jahr 1232 haben die Herren von Hohenlohe ein Nonnenkloster gegründet, um welches herum das Dorf Frauental entstanden ist. (Übrigens befindet sich der Stammsitz der „von Hohenlohe“ nur wenige Kilometer neben Kloster Frauental, im Dörfchen Hohlach). Der älteste schriftliche Beleg für eine Schäferei stammt aus dem Jahr 1395. Der Zeitpunkt des Baues von Schafscheune und Schäferhaus ist nicht genau nachzuvollziehen. Fachleute vermuten, dass Ecksteine von der im Bauernkrieg zerstörten Burg Hohenlohe-Brauneck stammen – demnach müsste das Haus nach 1525 gebaut worden sein. Eine Untersuchung des Alters des Gebälks im Dachstuhl der Scheune hat gezeigt, dass die Bäume 1691/92 geschlagen wurden. Am 14.08.1755 wurde die gesamte Schafhaltung zusammen mit Scheune und Haus an eine Gemeinschaft von 15 Bauern (Hübnerschaft bzw. Schäfereibauern) im Dorf verkauft. Die Großeltern des heutigen Besitzers kamen als Pächter der Schäferei 1920 nach Frauental.

Das Schäferhaus ohne Wasser-, und Elektroanschluss war seit ca. 1910 unbewohnt. 1976 sollte es wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Mit dem Versprechen das Haus zu sanieren, haben die „Schäfereibauern“ das Haus am 04.07.1977 an den damaligen Studenten Erwin Keller verkauft.

Gemeinsam mit Freundin, Freunden und Bekannten als Helfer wurden anschließend Wände und Dach weitestgehend saniert. Mit neuem Außenputz versehen, konnte man das Schäferhaus auch wieder anschauen. Das Problem von Wasser, Abwasser und Energieversorgung war jedoch nicht gelöst, und so hat sich die ursprüngliche Idee selbst einzuziehen, ziemlich verzögert.

Ca. ein Vierteljahrhundert später gab der Bau einer neuen Kläranlage im Dorf  den Anstoß, das Haus zu erschließen und den Innenausbau endlich fertig zu stellen – und wie vor 25 Jahren wurde mit Freunden und Bekannten sowie inzwischen Kindern am Wochenende gearbeitet. Allerdings waren diesmal auch einige Handwerker beteiligt.

Da zwischenzeitlich die Schäferei nicht mehr verpachtet war, stand auch die Scheune leer. Nachdem Haus und Scheune eine Einheit bilden, haben wir uns 1999 entschlossen das große denkmalgeschützte Gebäude auch zu übernehmen, mit der Überzeugung, dass uns eine sinnvolle Nutzung schon noch einfallen würde.

Die positive Erfahrung mit der Vermietung des „Historischen Schäferhauses“ als Ferienhaus und das Kennenlernen und Zusammensein mit vielen netten Gästen waren ausschlaggebend, dass wir uns 2004 zur Restaurierung der Schafscheune mit samt dem Einbau von Ferienwohnungen in den großen Dachstuhl der Scheune entschlossen haben. In enger Zusammenarbeit mit Landratsamt und Landesamt für Denkmalpflege wurde die Schneue restauriert und Maisonette-Ferienwohnungen eingebaut – dabei galt es stets sowohl funktionellen als auch denkmalschützerischen Ansprüchen gerecht zu werden.

Schafscheune bei Beginn der Restaurierungsarbeiten